Unsere Themen

Berufe und Ausbildung

Das Gesundheitswesen ist die Zukunftsbranche schlechthin.
Nirgendwo sind die Berufs-Chancen so gut. Heilen und Helfen haben Zukunft.
Das gilt ganz besonders für die Apotheke.


Von ApothekerInnen, PTA und PKA. Berufschance Apotheke

Die Apotheke bietet attraktive und anspruchsvolle Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Hohes Ansehen, flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, Nähe zum Wohnort und - besonders für Frauen interessant - problemloser Wiedereinstieg in den Job, machen Apothekenberufe so reizvoll. Zu einem gut funktionierenden Apothekenteam gehören Apotheker und Apothekerinnen, pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA).
Der Pharmazieingenieur (PI) und der Apothekerassistent nehmen eine Zwischenstellung ein - sie stehen zwischen Apotheker und PTA. Zu diesen Berufen wird heute nicht mehr ausgebildet, aber es sind noch viele in Apotheken tätig.

Überqualifizierte Schubladenzieher?

Vom Hersteller zum Berater -ging es früher hauptsächlich um die Herstellung von Arzneien, ist in der modernen Apotheke zunehmend eines gefragt: sachkundige Information und Beratung. Die Apotheke wird immer mehr zu einer zentralen Anlaufstelle in Sachen Gesundheit. Denn eines ist klar: In Zeiten der Kostenersparnis im Gesundheitswesen können sich viele Ärzte Ihren Patienten nicht mehr so widmen, wie sie es gern tun würden. Der Apotheker und seine Mitarbeiter sind also weit mehr als nur "überqualifizierte Schubladenzieher", wie manchmal zu Unrecht behauptet wird. Aktuelle Studien belegen, daß die Kundenzufriedenheit in kaum einer Branche so hoch ist wie bei den Apothekern.

Und außerdem gibt es außer "Schubladenziehen" eine Menge zu tun in einer modernen Apotheke: Neben der Information und Beratung werden auch Untersuchungen wie Blutzucker- und Blutdruckmessungen durchgeführt. Hinzu kommen stichprobenhafte Untersuchungen bei Fertigarzneimitteln, die ein hohes Maß an Arzneimittelsicherheit garantieren. Und ganz ist auch die klassische Aufgabe der Apotheken, die Rezepturherstellung für Patienten, nicht verschwunden: Jedes Jahr werden ca. 25 Millionen Arzneimittel speziell und individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Patienten abgestimmt und in Apotheken hergestellt. Und: Durch eine perfekte Logistik wird dafür gesorgt, daß jeder Patient rund um die Uhr und auch am Wochenende sein Medikament erhält. In fast jedem Beruf läuft heute nichts mehr ohne Teamgeist. Für die Apotheke gilt das ganz besonders.

Zwischen Arzneiküche und Kundenberatung - der Apotheker

Der Apotheker ist der Spezialist für alle Fragen rund um das Arzneimittel. Er trägt die volle Verantwortung und hat daher auch die längste und anspruchsvollste Ausbildung zu absolvieren. Er muß nicht nur wissen, wie man ein Arzneimittel herstellt, sondern auch, wie es wirkt und wie es sich mit anderen Medikamenten verträgt. Früher mussten angehende Apotheker bei einem "Meister der Arzneimittelkunst in die Lehre gehen, heute müssen sie ein Hochschulstudium absolvieren. Im Mittelpunkt steht dabei zwar die Chemie, aber auch die "Chemie zum Kunden" wird dabei nicht vernachlässigt. Schließlich arbeiten die meisten der rund 50.000 deutschen Apotheker in öffentlichen Apotheken und da gehört neben dem Fachwissen auch die Sozialkompetenz einfach dazu. Aber nicht alle approbierten Apotheker gehen in die öffentliche oder Krankenhausapotheke; es gibt noch viele andere Jobchancen: In der Pharmaindustrie werden Apotheker z.B. zur Herstellung und Entwicklung neuer Medikamente benötigt, in der Ausbildung von pharmazeutisch-technischen Assistenten sind sie gefragt, bei Krankenkassen und Verbänden finden sie Beschäftigung, im Umweltschutz und sogar bei der Bundeswehr gibt es für Apotheker einiges zu tun.

Die rechte Hand des Apothekers - die pharmazeutisch-technische Assistentin

Wenn es etwas bei PTA wohl nicht gibt, dann eines: Langeweile. Im Labor rührt sie Salben an, stellt Augentropfen her oder bereitet für Kunden "maßgeschneiderte" Arzneien. Sie führt auch andere Laboruntersuchungen durch, z.B. die Bestimmung des Cholesterin- oder Blutzuckerspiegels. Neben Geschick und Sauberkeit sind auch ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefragt, ein Patient muß sich schließlich darauf verlassen können, daß die Kapseln, die er bekommt, die richtige Menge Arzneistoff enthalten. Und dann ist da die Fähigkeit, auf Menschen zu- und einzugehen: Einer klagt über Durchfall, der andere über Kopfschmerzen, da muß man sich schon in die Patienten hineinfühlen können. Das Gleiche gilt natürlich, wenn Patienten Stützstrümpfe angepasst werden, Blutdruck gemessen wird oder Fragen zur richtigen Anwendung von Arzneimitteln auftauchen - wie für den Apotheker gilt: Patienten informieren ist ganz wichtig. Also: Keine Chance für Muffel!

Die Ausbildung zur PTA dauert zweieinhalb Jahre, in denen man in Chemie und Botanik, Arzneimittel- und Drogenkunde, aber auch am PC fit gemacht wird. Zwei Jahre davon besuchen angehende PTA eine PTA-Schule, anschließend folgt ein sechsmonatiges Praktikum "vor Ort". Im Anschluß an die Ausbildung ist für eine PTA von der Apotheke über´s Labor bis zum Bürojob alles drin. Und das Beste daran: Eine arbeitslose PTA zu finden dürfte in etwa so einfach sein, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu entdecken.

Das Organisationstalent - die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte

In der Apotheke können alle Medikamente innerhalb von 2 bis 4 Stunden geliefert werden. Eine logistische Meisterleistung. Jede Apotheke hat zwischen 8.000 und 10.000 verschiedene Arzneimittel vorrätig. Um sicherzustellen, daß jedes Medikament schnell und ohne Komplikationen bereitsteht, ist die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, die PKA zuständig. Ihr Job ist die Pflege und Ergänzung des Warensortiments per Computer und die fachgerechte Lagerung der Medikamente. Denn eines ist klar: Arzneimittel sind Waren besonderer Art, mit denen man sehr sorgfältig umgehen muss.

Vor allem aber zeichnet sich eine gute PKA durch ihr kaufmännisches Wissen aus: Sie kalkuliert die Preise, sie kümmert sich ums Rechnungswesen, macht also all das, was die funktionierende Logistik einer guten Apotheke ausmacht. Aber auch die Kreativität kommt bei einer PKA beileibe nicht zu kurz: Sie gestaltet das Schaufenster mit und sorgt für eine optimale Präsentation der Waren. Und obwohl sie selbst keine Medikamente abgeben darf, kommt auch der Kontakt mit dem Kunden nicht zu kurz: sie berät bei Kosmetik, Babynahrung und Pflanzenschutz.

Das Schöne an der dreijährigen Ausbildung: sie findet direkt in der Apotheke statt. Daneben werden in der Berufsschule Grundkenntnisse in Marketing und Werbung vermittelt.


Folgende Stellen informieren über Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Berufsverband Pharmazeutisch-technischer Assistenten (PTA),
    Bismarckstr. 24, 66111 Saarbrücken, Telefon: 0681-638200
  • Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland:
    Fachschaft Bonn: Kreuzbergweg 26, 53115 Bonn, Telefon 0228-735279
    Fachschaft Düsseldorf: Universitätsstrasse 1, 40225 Düsseldorf,
    Telefon 0211-8112516
  • Berufskolleg Eschweiler, August-Thyssen-Straße 15
    52249 Eschweiler, Telefon. 02403-4057
  • Berufskolleg K1, Beeckstrasse 23-25,
    52062 Aachen, Telefon. 0241-474620
  • Pharmazeutisch-Technische Lehranstalt, Grabenstrasse 1
    52499 Baesweiler, Telefon 02401-2949 und -2544

Im Internet: